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Ernährung

Fettleibigkeit in den USA: Ursachen und mögliche Auswege

 

Ein erschreckendes Szenario, das inzwischen Realität geworden ist: im Jahr 2016 gilt jeder dritte US-Bürger als fettleibig. Darunter fallen Menschen, die laut der Weltgesundheitsorganisation WHO einen Body Mass Index von über 30 aufweisen. Solange man kein Bodybuilder ist oder seinen BMI nicht über Muskelaufbau hochgepusht hat, ist dieser Wert ein besonders kritischer Wert. Und die Nachteile von Übergewicht im Hinblick auf die Gesundheit sind nicht zu unterschätzen. Erstaunlich ist die Fettleibigkeit in den USA aber auf jeden Fall. Hier in diesem Artikel soll ein kritischer Blick auf die Gesellschaftsstruktur der USA gelegt werden.

Fettleibigkeit in den USA: Ursachen?

Als Trost für die USA muss gesagt werden, dass dort nicht die anteilsmäßig dicksten Menschen leben. Kleinere Länder wie Tonga oder Samoa haben laut dem Bericht hier auf http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/Die-dicksten-Laender-der-Welt/story/21160871 mit einem Anteil von über 83% einen besonderen Spitzenplatz unter den Übergewichtigen. Hier schafft die USA glücklicherweise nicht den Sprung in die Top 10, sonst wäre das eine epidemische Krankheit von erschreckendem Ausmaß. Allerdings verdeckt es nicht die Tatsache, dass die zahlenmäßig größte Zahl an krankhaft an Übergewichtigen in den USA lebt. Folgende Punkte sind meiner Meinung nach ausschlaggebend für die Fettleibigkeit in den USA:

Die Ernährung mit Junk-Food wird als selbstverständlich hingenommen

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Die Ketten werden als Teil des American Way of Life nach außen getragen. Unternehmen wie Dunkin Donuts, Wendy’s, Burger King oder Starbucks sieht man in Großstädten an vielen Stadtteilen. Das Essen an sich ist schon aufgrund der Kalorienmengen und vor allem des Fettgehalts hochgradig ungesund! Doch neben dem Prinzip des schnellen Essens wird die Menge noch erhöht. Wenn ihr denkt, dass Maxi Portionen hierzulande schon zuviel sind, dann beobachtet mal die Supersize Größen und die neu eingeführten Trends wie All-you-can-eat Pommes Angebote. Der einzige Ausweg aus dem Teufelskreislauf der Fettleibigkeit durch Schnellimbissrestaurants liegt letztendlich in der persönlichen Einstellung zum Essen und durch eine gesunde Aufklärung durch Eltern, Pädagogen und Ernährungswissenschaftler. Denn solange die Kinder es als selbstverständlich betrachten, mal auf die Schnelle einen Hamburger zu verdrücken wird sich in absehbarer Zeit kaum was ändern.

Die wenigen Konzerne bestimmen, was der Konsument isst

Die Lebensmittelindustrie in den USA wird von einer überschaubaren Zahl von Konzernen bestimmt. Und wie sie das Geschäft lenken, ist schauderhaft und erschreckend! Da reicht nur der Begriff der unangemessenen Massentierhaltung. Das Halten einer großen Masse an Tieren ist an sich nicht schlecht. Doch wenn die Tiere lediglich als unliebsames Produkt angesehen werden, die man auf die Schnelle mit genmanipuliertem Essen füttert und künstlich wachsen lässt, dann macht es einen nachdenklich. Supermärkte wie Wal-Mart bieten eine deutlich zu große Menge an Lebensmitteln an, die zu allem Überfluss aufgrund der Konkurrenz mit einem billigeren Preisschild versehen sind. Masse statt Klasse! Deswegen muss dementsprechend die große Menge an überflüssigen Lebensmitteln in den Märkten her. Eine der wenigen Lichtblicke: die Zahl der Bio-Farmen in den USA ist im Jahr 2015 um über 10% gestiegen. Diese machen wahrscheinlich nur knapp etwas weniger als 6% der gesamten Lebensmittelverkäufe aus. Aber eine Steigerung ist das auf jeden Fall!

Gesundheitskampagnen sind bislang wenig effektiv

Beruhigend ist die Tatsache, dass es bestimmten Menschengruppen in den USA nicht völlig egal ist, wie die Bevölkerung sich der selbstgeschaffenen Epidemie entgegenläuft. Geholfen hat der Kampf gegen die Fettleibigkeit wenig. In den 80er Jahren lag der Anteil der Fettleibigen bei 15%, um die Jahrtausendwende stieg er auf rund 25% an, in absehbarer Zeit könnte er die die 30% Grenze überschreiten. Egal welche groß angekündigten Kampagnen vorangetrieben werden: sie verpuffen im Nichts! Auffallend ist auch, dass die Gesundheitskampagnen erst in den letzten 3-4 Jahren im Bereich der Medien Beachtung finden. Eine der prominentesten Vertreter im Kampf gegen Fettleibigkeit ist Michelle Obama mit ihrer 150 Millionen Dollar teuren Kampagne „Let’s move! Active Schools!“ Bewegung und körperliche Betätigung sind natürlich wichtige Schritte auf dem Weg zu einem gesunden Wohlbefinden für die Kids und die Initiativen der First Lady der USA im Jahr 2013 sind bemerkenswert, wenn man sich ihre Idee hier im Channel von „letsmove“ ansieht:

Die Ideen bei den Kindern anzusetzen ist eine gute und wichtige Entscheidung. Doch bekämpft es nicht allein die allgemeine Epidemie, die sich über mehrere Generationen durchzieht. Große Probleme bei der Bekämpfung der Fettleibigkeit liegen in den Gesellschaftsstrukturen: rund 15% der Bevölkerung gelten als arm! Ein billiges Menü vom Fastfood ist eher erschwinglich und zeitsparender als die aufwändige Zubereitung von relativ teureren Lebensmitteln. Hauptsache billig, sättigend und in großen Massen zu haben! Dieses Denken ist in den Köpfen vieler Amerikaner verankert. Und hier reichen Kampagnen für Schulkinder allein nicht aus, wenn die pädagogisch vorgelebten Werte von den Eltern ganz andere sind. Aufklärungskampagnen zum Thema Fettsucht wird wohl bei vielen Amerikanern auf wenig Gehör stoßen. Auch Verbote und Einschränkungen ändern das Essverhalten nicht! Die Lösungsansätze für mögliche Kampagnen sind komplexer Natur und sollte in Step-by-Step durchgeführt werden: dazu gehören unterstützende Maßnahmen zur gesunden Ernährung beim Arbeitgeber in Betrieben, dazu gehört auch eine kooperative Haltung der führenden Unternehmen wie Coca-Cola, McDonalds oder Nestle sowie ein kollektiver Zusammenschluss für effektive Lösungskonzeptionen durch Organisationen der WHO!

Das Problem der Fettleibigkeit in den Fokus setzen

Wie man sich ernährt und was ein Mensch konsumiert, liegt letztendlich in seiner eigenen Verantwortung. Die Politiker können allerdings Strukturen festlegen, wodurch ein wohlbedachtes, gesundheitsorientiertes Leben für junge Menschen möglich gemacht wird, damit sie nicht dem Netz der Fettleibigkeit zum Opfer fallen. Denn Übergewicht ist auch eine Ansteckungskrankheit. Ist im näheren Umfeld ein Großteil der Mitmenschen übergewichtig, ist die Gefahr groß, ebenfalls sich der ungesunden Ernährung anzupassen.

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